Soziale Gerechtigkeit ist machbar

Die Linke Gießen

Über 130 Menschen diskutierten im Alten Schloss mit Jan van Aken, Desiree Becker und lokalen Initiativen über soziale Ungleichheit – und Wege zu mehr Gerechtigkeit in Gießen.

Soziale Ungleichheit in Gießen – klare Worte, konkrete Forderungen

Bei einer gut besuchten Veranstaltung im Alten Schloss in Gießen diskutierten der Bundesvorsitzende der Linken, Jan van Aken, Bundestagsabgeordnete Desiree Becker und Vertreterinnen lokaler Initiativen über soziale Missstände – und wie sie sich politisch angehen lassen. Moderiert wurde der Abend von Saskia Ebert, Koordinatorin der neuen Sozialsprechstunde „Die Linke hilft“.

Jan van Aken: „Reichtum muss umverteilt werden“

Van Aken machte deutlich: „Es sollte in diesem Land keine Milliardäre geben.“ Während Einzelne Millionen pro Stunde verdienen, reichen Pflegekräften und Erwerbslosen die staatlichen Leistungen kaum zum Leben. Die Lösung: eine Umverteilung des Reichtums durch politische Entscheidungen.

Gießens soziale Probleme sind offensichtlich

In Gießen steigen die Mieten, während Wohnungen leerstehen. Die Bahnhofsmission wurde geschlossen, soziale Angebote werden gestrichen. Dabei gäbe es längst Ideen für eine gerechtere Stadtentwicklung – sie brauchen nur politische Mehrheiten.

Geflüchtete und Erwerbslose: Alltag voller Hürden

Sarah Kempf vom Verein an.ge.kommen kritisierte Bezahlkarten, institutionellen Rassismus und fehlende Bildungszugänge für Geflüchtete. Martina Bodenmüller von der Arbeitsloseninitiative Gießen berichtete von bürokratischer Willkür und Bürgergeld, das nicht zum Leben reicht. Beide fordern Anerkennung statt Stigmatisierung – und konkrete politische Unterstützung.

Desiree Becker: „Abschiebungen lösen keine Probleme“

Am selben Morgen protestierte Desiree Becker gegen die drohende Abschiebung eines Auszubildenden am UKGM. Für sie ist klar: „Keine Abschiebung schafft Wohnraum oder verteilt Reichtum – aber sie zerstört Leben.“ Die steigende Zahl von Abschiebungen sei Ausdruck eines Systems, das die Falschen trifft.

„Die Linke hilft“ – neue Sozialsprechstunde in der Nordstadt

Ab dem 16. Juli findet jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr eine Sozialsprechstunde in Gießen statt – zunächst in der Marktstraße 2, ab September in der Steinstraße 77. Die Linke unterstützt beim Ausfüllen von Anträgen, erklärt Bescheide und begleitet zu Behörden.

Blick nach vorn: Gießen soll gerechter werden

Mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 will Die Linke Gießen drei zentrale Themen stärken:

  • Bezahlbares Wohnen durch ein Leerstandsregister, Maßnahmen gegen Mietwucher und neue Nutzungskonzepte.
  • Kostenlose Mobilität durch barrierefreien, zuverlässigen Nahverkehr und sichere Radwege.
  • Starke soziale Infrastruktur durch öffentliche Begegnungsräume, ökologische Umbauten und mehr Unterstützung für soziale Projekte.

Veränderung beginnt lokal

Der Abend zeigte: Es gibt viele Ideen, wie Gießen gerechter werden kann – und viele Menschen, die bereit sind, daran zu arbeiten. Die Linke lädt ein zum Mitmachen: beim Stammtisch (jeden 13. im Monat, 20 Uhr, Pits Pinte), bei der Sozialsprechstunde oder per Mail.