Antifaschistischer Aschermittwoch in Gießen mit Andreas Kemper
Am 18. Februar laden wir zum Antifaschistischen Aschermittwoch in Gießen ein. Gemeinsam analysieren wir aktuelle Strategien der extremen Rechten, ordnen lokale Entwicklungen ein und diskutieren, wie wir ihnen konsequent und solidarisch entgegentreten können. Der Abend verbindet politische Bildung, antifaschistische Praxis und regionale Vernetzung.
Neue Rechte – global vernetzt, lokal verankert
Die extreme Rechte tritt heute nicht mehr nur als klassische Neonazi-Szene auf. Sie organisiert sich in Jugendorganisationen, digitalen Netzwerken, parteinahen Projekten und rechtslibertären Milieus. Dabei verbindet sie autoritäres Denken mit neoliberalen Wirtschaftsmodellen, Technikgläubigkeit und der gezielten Delegitimierung sozialstaatlicher Strukturen.
In seinem Vortrag zeichnet Andreas Kemper diese Entwicklung nach – mit einem klaren Fokus auf konkrete Bezüge zu Gießen. Ausgangspunkt ist die sogenannte „Höcke-Jugend“ Generation Deutschland, die bundesweit als Rekrutierungs- und Mobilisierungsfeld der extremen Rechten fungiert. Von dort spannt Kemper den Bogen zu Björn Höcke und Jürgen Gansel, die in Gießen gemeinsam studierten und bis heute zentrale Figuren völkisch-nationalistischer Ideologie sind.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Joana Cotar, die in Gießen für die AfD kandidierte und inzwischen am Aufbau des rechtslibertären Netzwerks „Team Freiheit“ beteiligt ist. Gemeinsam mit Akteur:innen wie Frauke Petry, Marcus Pretzell und Thomas Kemmerich steht dieses Milieu für einen radikalen Angriff auf soziale Sicherungssysteme, demokratische Regulierung und öffentliche Daseinsvorsorge.
Kemper zeigt, wie sich diese Ideologie mit digitaler Macht, Tech-Eliten und internationalen Netzwerken verbindet – bis hin zu Konzepten wie Privatstädten und der politischen Einflussnahme von Milliardären rund um Figuren wie Elon Musk.
Antifaschistische Praxis vor Ort
Im Anschluss an den Vortrag geben Kira Herbert und Natalie Maurer, Kandidatinnen zur Kommunalwahl, einen kurzen Input zu ihren Erfahrungen aus dem Protest gegen Generation Deutschland in Gießen im November 2025. Dabei geht es um konkrete antifaschistische Praxis, zivilgesellschaftlichen Widerstand und die Frage, wie rechte Mobilisierungen vor Ort erkannt und gestoppt werden können.
Proteste gegen die Neugründung der AfD-Jugend
Ende November setzte Gießen ein klares Zeichen
Vernetzung, Austausch und Sichtbarkeit
Ein zentrales Ziel des Abends ist es, antifaschistisches Engagement in der Region sichtbar zu machen und Initiativen miteinander zu vernetzen. Initiativen, Verbände und Gruppen sind eingeladen, sich mit kleinen Infoständen zu beteiligen, Material auszulegen und mit Besucher:innen ins Gespräch zu kommen. So soll Raum entstehen für Austausch, neue Kontakte und gemeinsame Perspektiven.
Im Anschluss an die Inputs öffnen wir die Diskussion für alle Teilnehmenden. Erfahrungen aus antifaschistischer Arbeit, aktuelle Sorgen und Einschätzungen sowie gemeinsame Strategien gegen rechte Entwicklungen sollen hier ihren Platz finden.
Veranstaltungsinfos
Der Antifaschistische Aschermittwoch findet am Mittwoch, den 18. Februar, ab 17:00 Uhr im Prototyp Gießen statt.
Eingeladen sind Initiativen, Verbände, Gewerkschaften, antifaschistische Gruppen sowie engagierte Einzelpersonen und alle Interessierte aus Gießen und der Region.
Antifaschismus lebt von Analyse, Solidarität und gemeinsamer Praxis. Wir freuen uns auf einen informativen Abend, auf Austausch und auf eine starke Vernetzung gegen rechts.


